"Wer lieben kann ist glücklich"
(Hermann Hesse)
Dieser Satz von Hermann Hesse begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für mich bedeutet er, dass in allem unseren Tun “Liebe” sein sollte, die uns mit Glück erfüllt.
So habe ich mich auf den Weg gemacht, die Tätigkeiten zu suchen und zu finden, die ich mit Hingabe und Liebe tun kann.
Je länger diese Suche verlief, umso klarer wurde mir Beruf soll Berufung sein!
Der Weg und die Angst
Auf diesem Weg der Suche nach der Lebensaufgabe, begegnet man früher oder später der Angst. Und dann beginnt der Prozess erst wahrhaftig. Der Weg wird unwegsam, er hört teilweise komplett auf zu existieren und man tappt im Dunkeln durch Dickicht.
Doch wie alles im Leben natürlichen Rhythmen unterliegt, so auch hier. Auf die Nacht folgt der Tag. Unwegsames Gelände wird zu einem neuen gangbaren Pfad.
Mit Anfang 20 hätte ich niemals gedacht, dass mich mein Lebensweg hin zur Malerin und freischaffenden Künstlerin führen würde. Als Absolventin einer Waldorfschule wurde mir kreatives Schaffen zwar zu einer zweiten Natur, aber erst nach Schulabschluss merkte ich, wie sehr ich das Malen vermisste und wie sehr ich es wirklich liebe kreativ tätig zu sein.
Solange ich denken kann, war für mich klar, dass ich irgendwann meine Geschichten zu Schreiben habe. So war mein erster Berufswunsch, ganz klar und eindeutig, der einer Schriftstellerin.
In meiner Familie Schreiben viele und Malen fast alle, aber einen künstlerischen Beruf als Broterwerb? Das geht doch nicht, davon kann man doch nicht leben!… Diesen falschen Glaubenssatz trug ich sehr lange mit mir herum, bis ich ihn irgendwann, irgendwo im unwegsamen Gelände des Lebenspfades absteifte und verlor.
Glaubenssätze und scheinbare Irrwege
Diese falschen Glaubenssätze führten zunächst dazu, dass ich es nicht in Erwägung zog, mein kreatives Bestreben konkreter beruflich anzugehen und so wählte ich ein naturwissenschaftlich-technisches Studium.
Doch als ich meinen Master des Umwelt- und Bioressourcenmanagement 2018, mit Auszeichnung, Abschloss hatte ich gelernt, auch das Forschen zu lieben.
Und so war es doch auch richtig und wichtig, zunächst einen anderen naturwissenschaftlichen Weg einzuschlagen.
So zählt die Zeit, an der ich an meiner Masterarbeit arbeitete, bis heute zu einer meiner Schönsten im Leben. Als Dank für mein Bemühen rund um meine Abschlussarbeit über Anacamptis morio (Orchidaceae) – Kleines Knabenkraut – erhielt ich einen wissenschaftlichen Förderpreis der Stadt Wien 2018.
Das Ei des Phönix
Doch sollte es für mich nicht weiter gehen als Forscherin.
Mein Studium, eher technisch, als naturwissenschaftlich und biologisch war leider keine gute Voraussetzung, um im Anschluss daran eine Doktorandenstelle zu finden.
Und einige Male bog ich auch kurz vor der Möglichkeit wissenschaftlich zu Arbeiten ab und entschied mich für das ungewisse Leben als Künstlerin.
Dieses Hin- und Her, zwischen meinem künstlerischen Bestreben und dem Wunsch wissenschaftlich zu Arbeiten ist wie ein Tanz um ein Ei, das noch nicht vollständig ausgebrütet ist und aus dem, wenn es so weit ist, ein Phönix, als Symbol für ein neues selbstgewähltes Leben, schlüpfen wird.
Erste Schritte, oder auch das Ausbrüten des Ei
Ich bin ein Mensch der die eigenen Ideen in die Welt bringen möchte und so begann ich im Herbst 2020 an einem ersten richtigen Kunstprojekt zu arbeiten, dem Naturschutz – Kunstprojekt “Die Orchideen des Nationalpark Donau-Auen”.
Und damit war der erste Schritt getan, ich trat aus dem Dickicht, in das ich mich beruflich verlaufen hatte, hinaus auf einen Weg, der seither vor mir liegt. Wohin mich dieser Weg führen wird, wird sich zeigen. Aber eines ist gewiss, dass ich diesen Weg in Liebe gehen werde, Schritt für Schritt, unbeirrbar und mutig!